Sparkassen kündigen iBeacon-Service-Lösung an

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Die Sparkassen möchten in Zukunft offenbar bei der digitalen Kundenansprache auf iBeacons setzen. Der Leiter des Finanzportals Marco Massier (SFP) gab in der vergangenen Woche eine Partnerschaft zwischen dem Sparkassen-Finanzportal (SFP) und dem iBeacon-Anbieter Sensorberg bekannt.

Die Sparkassen-Finanzportal GmbH ist der interne Internet-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe. Unter anderem wird von der Gruppe das zentrale Portal sparkasse.de und die Pflege und Weiterentwicklung der regionalen Internetauftritte der 417 Sparkassen betrieben. Die Online-Lösungen werden von mehr als 15 Mio. Endkunden genutzt.

Welche Use Cases im Detail geplant sind, ist noch nicht bekannt. Aus den Pressemitteilungen kann man entnehmen, dass das Ziel eine  Steigerung der Kundeninteraktionen wie auch der Nutzungen von Services und Beratungsangeboten ist. Tatsächlich hat das Retail Banking enormen Nachholbedarf in Sachen Innovation. Wenn man sich überlegt, dass allein das Homebanking sich in den letzten Jahren kaum verändert hat, kann wohl von einem verschlafenen Jahrzehnt reden. Es wird von den meisten Experten bestätigt, dass Finanzinstitute dringenden Nachholbedarf in Sachen „Digitaler Transformation“ haben (sogar die konservative FAZ meint „Die Banken sind nicht digital genug„).

Das Thema iBeacon könnte vermutlich weniger im Bereich Payment (wo die Versäumnisse besonders drastisch sind) wirken, sondern vielmehr zur Unterstützung von passenden Beratungsangeboten im POS.

So könnte der Sparkassenkunde in der Filiale auf interaktive Produktsortimente, Veranstaltungspläne und Terminvereinbarungen hingewiesen werden. Zudem könnten konkrete Aktionen und Serviceinformationen auf das Display gespielt werden.

Vermutlich wäre auch eine Verknüpfung von Banking-Funktionen beim Shopping interessant. Tatsächlich probieren sich dort bereits einige Finanzinstitute aus – allerdings in der angelsächsischen Welt, die etwas aufgeschlossener mit dem Thema Retail Banking umgeht. Die australische Bank Westpac will beispielsweise iBeacon (und sogar Google Glass) so einsetzen, dass der Kunde im Geschäft sofort seinen Kontosand sehen kann. Sicherlich ein cooles Feature für diejenigen, die immer am Limit liegen. Fraglich zwar, ob gerade diese Zielgruppe Google Glass tragen wird – aber immerhin. Die Kontostandsabfrage geschieht mit der Technik namens CashTank.

Tatsächlich besitzen Banken ja interessantes Wissen über die Einkaufsgewohnheiten der Nutzer und könnten den Nutzer vor Ort informieren, wenn interessante Angebote in der Nähe sind.

Leider war bisher nicht mehr zu erfahren – es wäre sicher wünschenswert, wenn die Berichte über iBeacon-Projekte zukünftig mehr in die Tiefe gehen würden.

Thomas Vehmeier ist Diplom-Volkswirt, Internet-Macher und Online-Publizist. Online bereits seit 1993, berät er heute Konzerne und mittelständische Unternehmen bei ihrer Internet-Strategie und unterstützt im Interim-Management – zuletzt im ThinkTank des Telekom-CEO, zuvor vor allem für Franchise-Zentralen und Handelsunternehmen.

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