Londoner Regent Street komplett mit iBeacons ausgerüstet

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Muss man in Deutschland noch aufwendig danach suchen, wo man Geschäfte findet, die bereits auf iBeacon setzen, so wird in London gerade eine ganze Einkaufsstrasse mit iBeacons ausgerüstet.

Wie das englische Einzelhandels-Branchenblatt ESM berichtet, setzt die Londoner Regent Street als erste europäische Einkaufsstraße auf den iBeacon-Trend und rüstet wohl möglichst alle Geschäfte mit der mobilen Technologie aus. Damit wird ein flächendeckendes POS-übergreifendes User Experience möglich. Funktionieren soll das ganze mit der eigenen App zur Einkaufsstrasse. Könnte das ein Trend werden für Top-Lagen in Europa?

Die Strasse wird die iBeacon-Technologie in einer eigenen Handy-App integrieren, die extra für die beliebte Einkaufslage entwickelt wurde. Die Kunden können damit in jedem Geschäft entlang der zwei Kilometer mit iBeacons kommunizieren.

Die App wurde von der Digital-Marketing-Firma Autograph entwickelt und ist offensichtlich ein Teil einer Wiederbelebungskampagne der Shoppingmeile. Damit will man sich offensichtlich aktiv auch gegen die Abwanderungstendenzen in Richtung E-Commerce entgegenstellen und das Shoppinerlebnis zukünftig wieder anreichern. Paul Lothringen, Chef eines Einzelhandelsgeschäfts auf der Regent Street sagt: „Erfolg im Einzelhandel im 21. Jahrhundert hängt davon ab, wie Sie mit Ihren Kunden im Laden und online verbunden bleiben.“

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Die Einkaufsstrasse verfügt über eine eigene sehr attraktive Website. Die App ist für Ende Juni angekündigt. Auf der Website gibt man schon ein paar Hinweise, dass es im kern um kontextgetriebene Angebote gehen soll:

„As well as providing exclusive content, the app is also intuitive, building a profile for each shopper so that the content they receive is tailored to their individual preferences. It will enable shoppers to better explore what the street has to offer, help them plan their visits and will ultimately introduce them to new brands that align with their interests.“

Besonders interessant ist daran, dass sich die Händler offensichtlich zu einer gemeinsamen Aktion entschieden haben. Die Botschaft geht klar in Richtung Marken, mit denen sicherlich bald Location Based Campaigns gefahren werden. Tatsächlich ist es für einen Markenhersteller viel interessanter, wenn er die Kundschaft in verschiedenen POS innerhalb eines Einkaufskontextes immer wieder „erwischt“ und so ein POS-übergreifendes Shoppingerlebnis ermöglicht.

Interessant ist natürlich der Aufbau von persönlichen Shoppingprofilen, die für jeden einzelnen Kunden sofort persönliche Shoppingmuster widergeben und so nach einiger Zeit den Shopper POS-übergreifend direkt die passenden Angebote zustellen könnten.

Das technologisch anspruchsvolle Projekt könnte auch helfen die angespannte und sehr polarisiert geführte Diskussion rund um eine mögliche Verödung der Innenstädte und die Frage, ob Multichannel ein Heilmittel gegen die E-Commerce-Bedrohung sein kann, etwas zu entspannen. Man darf gespannt sein, wie die Shopper das Projekt annehmen.

Das Beispiel zeigt , wie sich gut positionierte Einkaufsstrassen durch Kooperation zwischen den Händlern den Einkaufszentren und dem E-Commerce entgegenstellen können. Solcherlei Kooperationen können vor allem dann interessant sein, wenn der Händler-Mix passt und sofern die Kundenbindung derart stark mit der Adresse verbunden ist, dass sich die Nutzer eine solche App herunterladen würden.

 

Thomas Vehmeier ist Diplom-Volkswirt, Internet-Macher und Online-Publizist. Online bereits seit 1993, berät er heute Konzerne und mittelständische Unternehmen bei ihrer Internet-Strategie und unterstützt im Interim-Management – zuletzt im ThinkTank des Telekom-CEO, zuvor vor allem für Franchise-Zentralen und Handelsunternehmen.

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