Philips testet iBeacon-Alternative mit LEDs

Philips Retail Lighting Euroshop

Auch wenn derzeit vieles darauf hindeutet, dass die iBeacon-Technologie von Apple als die Führung im Bereich der Near Field Communications übernehmen könnte, ist noch genug Platz für andere Ansätze.

Besonders interessant ist der Pilotversuch von Philips in Düsseldorf. Als Beacons kommen LED-Leuchten verwendet, um Käufer zu finden ihren Weg durch den Laden. Das System wirkt viel das gleiche wie ein Bluetooth LE versorgt Bake ( oder iBeacon – Apple- Version der gleichen Sache).

Bislang hat Philips noch nicht erklärt, ob das System auch kommerziell angeboten werden soll, trotzdem hat die Meldung ordentlich Staub aufgewirbelt. Allerdings dürfte es kein Zufall sein, dass der Konzern diese Meldung zeitgleich zur Euroshop platziert und dazu auch noch der Pilot in Düsseldorf durchgeführt wird. Die Euroshop ist eine der weltweit wichtigsten Messen rund um Ladenbau und Innovationen für den stationären Handel.

Philips Retail Lighting Euroshop

 

Flackernde LEDs

Während iBeacon mittels Leichtbau-Transceiver setzt, die im oder in der Nähe eines Displays angebracht sind, die Nachrichten (etwa Aktionen) versenden, sobald ein Kunde nah genug vorbeiläuft, setzt Philips auf ein Konzept namens Visual Light Communications (VLC).

Dabei geht eine LED immer wieder an und aus – und zwar in einer so hohen Frequenz, dass es für das menschliche Auge nicht wahrgenommen werden kann und der Wechsel so für den Datentransfer genutzt werden kann. So sendet die LED-Leuchte Informationen an das Handy.

 

LED-Leuchten als Beacons

Auf den ersten Blick sieht das Konzept effektiver aus, um Indoor-Navigation und direkte Kundenkommunikation  zu ermöglichen, denn somit wären lediglich neue Leuchten in den Räumen anzubringen und das Indoor-Navigations-System wäre hardwareseitig fertig. Allerdings müssen die Leuchten dafür durchgehend brennen. Abgesehen von den Stromkosten, die hier nicht die entscheidende Rolle spielen dürften, ist mir noch nicht ganz klar, wie das ganze funktionieren soll, wenn man das Smartphone in der Tasche hat oder wenn man das Handy in einem Case steckt.

Darüberhinaus frage ich mich, ob die Technik vielleicht für Epileptiker gefährlich sein könnte, denn diese riskieren bei schnell wechselndem Licht einen akuten Anfall. Ich hoffe, Philips hat dies bei seinen Versuchen berücksichtigt.

 

Wie komfortabel fühlt sich Retail Lighting an?

Doch das grösste Fragezeichen besteht in der Verbindung zwischen Lampe und Handy für den Fall, dass der Kunde das Gerät in der Hosentasche hat oder er eine Schutzhülle oder Tasche für sein Gerät nutzt. Ich kann mir noch nicht ganz vorstellen, wie das Retail Lighting dann funktionieren soll. Bluetooth LE dürfte diese Probleme nicht haben.

Außerdem dürfte das User Experience für den Nutzer weitaus komfortabler sein, wenn das Gerät die Rabattcode ganz bequem im Hintergrund von den iBeacons beziehen kann ohne dass der Kunde das Handy ständig in der Hand halten muss. Gerade diese Nutzererlebnisse dürften am Ende entscheidend dafür sein, welche Technologie das Rennen macht. 

Ich würde mich freuen, mehr von Philips zu erfahren.

 

Kaum Kostenvorteile durch Intelligent Lighting

Auch vom Preis dürften die iBeacons deutlich vorn liegen. Auch wenn die meisten iBeacon-Startups ihre Starter-Kits mit drei iBeacons meist für rund hundert Euro anbieten, liegen Importpreise bei rund fünf bis zehn Euro je Bluetooth-Transmitter (wobei allerdings grössere Mengen bezogen werden müssen). Die Zeichen deuten darauf hin, dass die Hardware in kürzester Zeit ein Commodity sein wird.

 

 

 

Thomas Vehmeier ist Diplom-Volkswirt, Internet-Macher und Online-Publizist. Online bereits seit 1993, berät er heute Konzerne und mittelständische Unternehmen bei ihrer Internet-Strategie und unterstützt im Interim-Management – zuletzt im ThinkTank des Telekom-CEO, zuvor vor allem für Franchise-Zentralen und Handelsunternehmen.

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