iBeacon und die Advertising Types von Bluetooth Low Energy

Bluetooth Low Energy verfolgt ja im Gegensatz zum klassischen Bluetooth ein asymmetrisches Kommunikationsmodell. Apples iBeacon-Spezifikation nutzt  allerdings nicht alle Sendeformen, die BLE anbietet. Und auch unter den unter iBeacon verfügbaren Typen werden in den gängigen Einsatz-Szenarien nur die wenigsten benutzt. Diese Möglichkeiten eine Verbindung  herzustellen, werden als Broadcast Advertising Types bezeichnet.

Bei fast allen iBeacon-Apps, die heute im Einsatz sind, sendet der Beacon Daten ohne eine permanente Verbindung. Dies reicht aus, damit über einen anderen Kanal Daten angefordert werden können (man spricht auch vom Non-Connectable Advertising). In den meisten Fällen wird also nur eine ID versendet und der Kontext und die eigentlichen Daten über einen zweiten Rückkanal angefordert (etwa WiFI). In diesem Fall nutzt das Smart Device eine zweite Informationsquelle, um dem Beacon-Signal einen Kontext zuzuordnen. Dieser Rückkanal kann über WiFi oder UMTS oder LTE aufgebaut werden. Der grosse Vorteil dieses extrem einfachen Modells ist natürlich, dass billige Standalone-Transmitter aus Fernost zum Einsatz kommen können, die als reine Sender funktionieren und keine Daten empfangen müssen. Das Modell ist also schon heute massentauglich. Die eigentliche Intelligenz liegt in der App oder im Beacon-Management-System.

Wenig Augenmerk haben dagegen die anderen Broadcast Advertising Types von Bluetooth 4.0 bekommen . Dabei sind damit noch differenziertere Sendeformen möglich.

Interessant ist das sogenannte Discoverable Advertising, wobei das Empfangsgerät noch ein weiteres Datenpaket beim Transmitter anfordern kann. Dies könnte etwa eine Werbenachricht sein, erfordert aber komplexere Beacon-Hardware. Dieser Fall wird meist nicht benötigt, sofern die App über einen Internet-Rückkanal verfügt. 

Interessanter ist da schon das General Advertising, wo die App eine permanente Verbindung anfordern kann. Interessant könnte das sein, wenn eine Verbindung zum Streamen von Filmen einzurichten. Dies eignet sich hervorragend für Fernbedienungs-Apps oder aber auch Steuerungen im Smart Home. Interessant wäre aber auch Direkte Werbevideos am Regal oder Schaufenster zu bestimmten Produkten. 

Nicht unterstützt wird von iOS7 das Directed Advertising, wo eine  zuvor bereits auf- und wieder abgebaute Verbindung wieder aufgebaut wird. Die bekannten Use Cases mit Verbindungen, die immer wieder neu aufgebaut werden müssen wie etwa Freisprechanlagen arbeiten so. Hier sollte Apple nachlegen.

Wie man sieht, reichen die Kommunikationsformen der BLE-Spezifikation weit über das hinaus, was derzeit im Bereich der iBeacons im derzeit Einsatz ist. Es ist gut vorstellbar, dass in Zukunft auch andere Plattform-Anbieter als Apple die anderen Broadcast Advertising Types besser bedienen werden und sich so ihren Platz in der Smart-Device-Entwicklergemeinde sichern werden. Man darf gespannt sein.

Thomas Vehmeier ist Diplom-Volkswirt, Internet-Macher und Online-Publizist. Online bereits seit 1993, berät er heute Konzerne und mittelständische Unternehmen bei ihrer Internet-Strategie und unterstützt im Interim-Management – zuletzt im ThinkTank des Telekom-CEO, zuvor vor allem für Franchise-Zentralen und Handelsunternehmen.

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