Mobile Airport Marketing mit iBeacons

Gerade an Flughäfen gibt es schon seit längerer Zeit erste Gehversuche mit Bluetooth-Technologie. Die große Vision war schon lange eine Art umfassendes Airport Bluetooth Marketing Netzwerk aufzubauen. In der Realität beschränkten sich die meisten Projekte jedoch auf einzelne Anwendungsfälle oder einzelne Bereiche des Flughafens.

So hat die Firma Blue Cell Networks am Münchener Flughafen im Gepäckausgabebereich für BMW ein Bluetooth-Netzwerk aufgebaut. Im Kern steht die Kommunikation über aktuelle Fahrzeugmodelle. Der Hamburger Flughafen hatte schon 2010 mit Bluetooth experimentiert – so weit ich mich erinnern kann, stand dort das Zählen der Laufkundschaft zur Flächenoptimierung ganz im Vordergrund.

Ob die an der Gepäckausgabe wartenden Passagiere jedoch wirklich Werbung zum neuen neuen BMW 5er Gran Turismo empfangen möchten bleibt offen. Tatsächlich haben Flughafenreisende eine Vielzahl von Informationsbedürfnissen, die sich sehr gut in reale Anwendungen realisieren liessen und die das Reiseerlebnis an dem besuchten Flughafen erheblich verbessern können.

Dazu zählen zum Beispiel die folgenden Szenarien:

 

Airport-Navigation

Die Orientierung auf einem Großflughafen kann schnell verlorengehen.

Der erhöhte Stresspegel der Passagiere, im Branchenjargon „Paxe“ genannt, führt übrigens zu einer geringeren Kaufbereitschaft auf den Einzelhandelsflächen. Wenn man sich die Verteilung der Umsatzzahlen von Flughäfen ansieht, stellt man schnell fest, dass ein gut geführter, moderner Airport eigentlich ein Einkaufszentrum mit angeschlossener Landebahn ist.

Alles, was den Passagieren also etwas mehr Komfort und Sicherheit bietet, wird sich in höheren Flächenumsätzen auswirken.

photocase8699831354859901Mittels iBeacons könnte eine zeitersparende Navigation innerhalb und zwischen den Terminals gewährleistet werden. Schon beim Betreten des Flughafens öffnet sich die Flughafen-App, dessen wichtigste Funktion zunächst eine Indoor-Navigation ist.

Dazu zählen auch spezielle Anwendungen, wie etwa:

  • Den schnellsten Weg von Flugsteig A zu Flugsteig B finden.
  • Schnelles Auffinden von Informationsstellen.
  • Finden von öffentlichen Einrichtungen wie Toiletten.
  • Übersicht, wo sich Ausgänge, Taxistände und Airline-Lounges befinden.

 

Security und Check-In

Der Check-In ist natürlich auch extrem stressig – nicht jeder hat ein Ticket für die Fast Lane. Mit iBeacons gibt es auch vielleicht inteligentere Möglichkeiten. Alles, was den Stresslevel unten hält, wird sich in höheren Umsätzen im Duty-Free-Bereich niederschlagen. Der Passagier könnte zum Beispiel in Echtzeit die Länge der Schlange verfolgen. Die Applikation könnte ihm darüberhinaus noch eine Schätzung abliefern, wie lange der Check-In-Vorgang derzeit dauert und wieviel Zeit ihm bleibt, um noch ausserhalb des Security Gates entspannt zu shoppen oder Kaffee zu trinken.

Hier wird auch deutlich, dass das System der Fast Lanes für Flughäfen eigentlich absoluter Quatsch ist, denn jeder Passagier ist ein potentieller Käufer. Es ist nicht ausgemacht, dass der Businesskunde unbedingt mehr einkauft als der Passagier aus der Economy Class.

 

Shopping im Airport

Bereits in der Warteschlange zum Check-In und am Security-gate kann die Flughafen-App dem Passagier aktuelle Angebote aus den Shopping-Zonen auf sein Handy schicken sobald sich der Fluggast einem bestimmten Store nähert. Für die Flughafengesellschaften bietet sich hier eine neue Einnahmequelle an, denn sie können den Duty Free Anbietern wie etwa Heinemann, die große Anteile des Geschäfts kontrollieren, ein Lokales Echtzeit-Marketing (LBA) anbieten. 

 

Matching

Die Palette der Anwendungen auf Flughäfen ist damit noch lange nicht zu Ende. Denkbar wären auch Matching-Funktionen, die Meldung geben, falls einer der XING- oder Facebook-Kontakte sich gerade ebenfalls auf dem Flughafen befindet. Für manchen sicher eine tolle Gelegenheit zu einem Business-Talk. 

Wäre nicht auch ein virtuelle Grafitti-Wall toll, an der Vorbeigehende Grüsse und Einträge aus dem Urlaubsort bekommen können. Flughäfen sind sicher eine der kreativsten Spielwiesen für sensorbasierte kontextuelle Anwendungen.

Sollten Sie Interesse daran haben, dass wir einmal gemeinsam weiterspinnen, treten Sie einfach in Kontakt.

 

Bildnachweis:simone.zander / photocase.com

Thomas Vehmeier ist Diplom-Volkswirt, Internet-Macher und Online-Publizist. Online bereits seit 1993, berät er heute Konzerne und mittelständische Unternehmen bei ihrer Internet-Strategie und unterstützt im Interim-Management – zuletzt im ThinkTank des Telekom-CEO, zuvor vor allem für Franchise-Zentralen und Handelsunternehmen.

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